Berechnung der Schubspannungen aus Torsion und Querkraft
Die vereinfachten Ansätze zur Spannungsermittlung
bei Stäben infolge Torsion und Querkraft setzen dünnwandige Profile
mit über den Querschnitt konstanter Spannungsverteilung voraus.
Die im Programmsystem InfoCAD implementierte Methode
liefert den Verlauf der Spannungen über den Querschnitt beliebiger
Profile.
Dabei wird für die Beanspruchung infolge St.
Venant'scher Torsion die Differentialgleichung der
Einheitsverwölbung und für die Beanspruchung infolge Querkraft die
Differentialgleichung der sogenannten Schubverwölbung gelöst.
Nachfolgend wird die Spannungsverteilung bei
Erreichen des elastischen Grenzmomentes an einem Walzprofil IPE 100
berechnet und dargestellt.
Die Grenzspannung von 240 MN/m² wird bei einem
Torsionsmoment von Mt = 0,177 kNm erreicht.
Die Spannungsverteilung über den Querschnitt sowie der Verlauf der
Randspannungen sind dazu abgebildet.
Sehr gut sind die Spannungskonzentrationen an den
ausgerundeten Innenecken und im Flansch über dem Steg zu erkennen.
Bei einer vereinfachten Berechnung ergibt sich mit
gleicher Beanspruchung eine konstante Schubspannung von lediglich
146 MN/m². Dies entspricht in etwa der auftretenden Spannung im
mittleren Bereich der Flanschseiten. Das Grenzmoment liegt hier mit
0,291 kNm um ca. 64% über der genauen Berechnung.
Ausführlichere Betrachtungen hierzu veröffentlichten
z.B. auch
Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Wagner und
Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Friedich Gruttmann
unter den Mitteilungen des Institutes für Baustatik der
Universität Karlsruhe (TH)
http://www.bs.uni-karlsruhe.de/
| Mitteilung 09/2002 |
W. Wagner, F. Gruttmann
Genaue Berechnung der elastischen Grenzmomente von
Walzprofilen bei Torsionsbelastung |
oder
Herr Prof. Dr.-Ing. Rolf Kindmann,
Lehrstuhl für Stahl- und Verbundbau der Ruhr-Universität Bochum
| Stahlbau 75 (2006), Heft 5 |
Rolf Kindmann
Neue Berechnungsformel für das IT von
Walzprofilen und Berechnung der Schubspannungen |
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